Messe Mühlviertel: Geschichte
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148 Jahre Ausstellungsgeschehen in Freistadt

Die Mühlviertler Messe hat eine lange Tradition. Sie ist eine der ältesten Veranstaltungen dieser Art in Österreich, darüber hinaus die älteste und drittgrößte des Bundeslandes Oberösterreich.

 

Die Messestadt Freistadt kann nicht nur auf eine ehrwürdige Geschichte verweisen. Sie war auch immer schon ein beachtlicher Handelsort und pulsierender Umschlagplatz für den Warenverkehr.

 

Im Hoch- und Spätmittelalter herrschte reges Leben in Freistadt. Die Feldaistsenke war für den Handel ein von Lorch über Mauthausen führender unbeschwerlicher Weg durch den mächtigen Nordwald nach Böhmen. Auch vom rasch aufblühenden Linz her führte eine Handelsstraße über Freistadt nach dem Norden. Als König Rudolf von Habsburg der Stadt 1277 das Stapel- und Niederlagsrecht verlieh, war der Grundstein zur Handelsblüte gelegt.

 

Die Kaufleute waren gezwungen, in Freistadt drei Tage Halt zu machen und ihre Waren den Bürgern zum Kaufe anzubieten.

 

Neben dem Stapel- und Niederlagsrecht kam noch das Recht des Straßenzwangsrecht dazu. Auf den Straßen wurden hauptsächlich Salz, Eisen und venezianische Waren nach Norden gebracht und von dort Getreide, Schmalz, Pelze, Vieh und Nahrungsmittel auf Fuhrwerken der Stadt nach Osten weiterverfrachtet. Durch diese Handelstätigkeit erlebte die Stadt eine Blütezeit.

 

Auch das 1363 von Rudolf dem Stifter verliehene so genannte Meilenrecht -innerhalb einer festgesetzten Bannmeile durften nur Freistädter Bürger dem Handel und Gewerbe nachgehen - trug zum weiteren Aufstieg bei. Später erlangte noch ein anderer Handelszweig Bedeutung, nämlich der Fischhandel, der seinen Ausgang von Böhmen her nahm.

 

Vor 148 Jahren mussten die Freistädter Bürger Initiativen gegen den wirtschaftlichen Abwürgungsprozeß entwickeln. Dies geschah nicht durch Petitionen an den Kaiser um Privilegien und Subventionen, sondern mit eigenen Ideen. Man ging daran, die Förderung der Landwirtschaft und des Gewerbes zu forcieren und durch Konkurrenzdruck die Leistungen zu steigern.Die Ergebnisse dieses gesunden Wettbewerbs aus Landwirtschaft und Gewerbe wurden ausgestellt, verglichen und prämiiert. Dies war die Geburtsstunde für die 1. Ausstellung der obderennsischen Landwirtschafts-Gesellschaft im Jahre 1862 in Freistadt.